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Leerzustände sinnvoll gestalten

Der leere Zustand ist eine Chance, nicht ein Problem. Entdecke, wie du Nutzer mit guter Kommunikation und klaren nächsten Schritten unterstützt.

7 min Lesedauer Anfänger März 2026
Smartphone-Bildschirm mit leerer Zustand-Ansicht und hilfreichem Text sowie freundlicher Illustration

Warum Leerzustände wichtig sind

Jeder Nutzer sieht irgendwann einen leeren Bildschirm. Das ist kein Fehler – es’s ein Design-Moment. Ob nach der Anmeldung, bei fehlenden Suchergebnissen oder wenn Daten noch laden: Der leere Zustand ist deine Chance, Nutzer zu orientieren und zu führen.

Das Problem? Viele Designer übersehen diesen Zustand komplett. Sie zeigen einen leeren Raum und erwarten, dass Nutzer selbst herausfinden, was zu tun ist. Das frustriert. Ein gut gestalteter Leerzustand hingegen erklärt, beruhigt und führt zum nächsten Schritt.

Laptop-Bildschirm mit verschiedenen Leerzustand-Designs in modernem Interface-Style

Die vier Kernelemente eines guten Leerzustands

Es gibt keine Einheitslösung für Leerzustände – aber es gibt Muster, die funktionieren. Wir schauen uns vier Elemente an, die in fast jedem Fall hilfreich sind:

01

Klare visuelle Kommunikation – Eine Illustration oder Icon zeigt sofort, dass hier nichts kaputt ist. Nutzer sehen: Das ist beabsichtigt.

02

Ehrliche Sprache – Statt “Keine Daten verfügbar” könntest du schreiben “Dein Postfach ist leer – noch keine Nachrichten.” Das ist freundlicher und verständlicher.

03

Ein klarer nächster Schritt – Nicht: “Was jetzt?” Sondern: Ein Button, Link oder Hinweis, was der Nutzer tun kann. Zum Beispiel “Neue Nachricht schreiben”.

04

Markenidentität bewahren – Der leere Zustand ist kein Ort, um die Marke zu vergessen. Farben, Ton und Design sollten zur App oder Website passen.

Designmuster zeigt vier verschiedene Leerzustand-Layouts mit Icons, Text und Call-to-Action Buttons in modernem Stil
Handzeichnung zeigt Wireframe-Skizze eines Leerzustands mit Platzhaltern für Icon, Überschrift und Button

Typische Szenarien und wie du sie gestaltest

Nicht alle Leerzustände sind gleich. Und jeder braucht einen anderen Ansatz – je nachdem, was der Nutzer gerade tut.

Erstes Mal: Der Nutzer hat gerade angemeldet und hat noch keine Daten. Hier brauchst du eine Anleitung. Zeige, wie er anfängt. Ein kurzes Tutorial oder ein großer, freundlicher Button “Neues Projekt erstellen” hilft.

Keine Suchergebnisse: Der Nutzer hat etwas gesucht, aber es gibt keine Treffer. Statt nur “Keine Ergebnisse” könntest du vorschlagen: “Versuch einen anderen Suchbegriff” oder “Sieh dir beliebte Items an”. Das gibt dem Nutzer einen Ausweg.

Fehler beim Laden: Das ist keine echte Leere – aber ein leerer Zustand mit Problem. Erkläre kurz, was schiefging, und biete einen Button “Nochmal versuchen” an.

Die Gestaltung: Was funktioniert wirklich

Du wirst viele leere Zustände sehen, die eine große Illustration in der Mitte haben und darunter ein wenig Text. Das funktioniert – aber nicht immer.

Eine gute Faustregel: Halte die Illustration klein und fokussiert. Es geht nicht darum, beeindruckend zu sein. Es geht darum, schnell zu verstehen. Ein einfaches Icon oder eine kleine Grafik reicht oft aus. Der Text ist viel wichtiger. Der Text erklärt. Der Text führt.

Bei der Farbe? Nutze deine Markenfarbe, aber mache sie nicht zum Star. Der Text sollte im Fokus bleiben. Und der Call-to-Action Button? Der sollte deutlich sichtbar sein – aber nicht aggressiv. Ein Button mit Farbe, gut lesbar, fertig.

Mobil wird es knifflig. Der Platz ist klein. Eine große Illustration passt oft nicht. Hier könntest du mit Abstraktionen arbeiten oder die Illustration komplett weglassen. Nur Text und Button. Das ist nicht weniger freundlich – nur anders.

Mobil-Ansicht zeigt kompaktes Leerzustand-Design mit Icon oben, kurzer Nachricht und Button auf Smartphone-Bildschirm

Praktische Tipps zum Umsetzen

Hier sind konkrete Dinge, die du tun kannst:

Teste mit echten Nutzern

Zeig deinen Leerzustand Nutzern, die ihn noch nicht kennen. Verstehen sie, was los ist? Wissen sie, was sie tun sollen? Wenn nicht, überarbeite es.

Schreib den Text zuerst

Nicht: Illustration machen, dann Text dazu. Sondern: Text schreiben, dann die Illustration dazu. Der Text ist das Fundament. Die Grafik unterstützt ihn nur.

Sei spezifisch, nicht generisch

“Keine Daten” ist lahm. “Du hast noch keine Kontakte hinzugefügt” ist besser. Das zeigt: Das System weiß, wo du bist.

Gib einen klaren nächsten Schritt

Immer einen primären Action Button. “Neue Nachricht schreiben”, “Artikel hochladen”, “Team einladen”. Das ist die Tür zum nächsten Raum.

Nutze den Ton deiner Marke

Ist deine App lustig und spielerisch? Dann sei’s auch hier. Ist sie professionell? Dann bleib professionell. Konsistenz schafft Vertrauen.

Denk an Fehlerszenarien

Was, wenn die Verbindung bricht? Wenn etwas nicht laden will? Auch das ist ein leerer Zustand. Gestalte ihn mit Bedacht.

Das Wichtigste zum Mitnehmen

Leerzustände sind kein Randthema. Sie’re wichtig, weil sie in dem Moment passieren, in dem Nutzer am meisten Orientierung brauchen. Ein leerer Bildschirm ohne Kontext fühlt sich kaputt an. Ein leerer Bildschirm mit einer freundlichen Nachricht und einem Button fühlt sich wie ein Schritt nach vorne an.

Die beste Gestaltung ist einfach: Ein Icon oder kleine Illustration. Eine ehrliche, spezifische Nachricht. Ein klarer nächster Schritt. Fertig. Nichts Kompliziertes, aber durchdacht.

Wenn du deine App oder Website designst, vergiss die Leerzustände nicht. Nutzer werden sie sehen. Und wenn du sie gut machst, werden Nutzer dir dafür dankbar sein.

“Ein leerer Zustand ist keine Gelegenheit, den Nutzer allein zu lassen. Es’s eine Gelegenheit, ihn zu unterstützen.”

Hinweis

Dieser Artikel ist eine Einführung in das Thema Leerzustände im Interface Design. Die genannten Prinzipien und Best Practices sind allgemeine Richtlinien, die je nach Kontext und Nutzergruppe angepasst werden sollten. Jedes Projekt hat eigene Anforderungen. Teste immer mit echten Nutzern und höre auf deren Feedback. Die hier beschriebenen Techniken und Ansätze sind nicht normativ, sondern sollen dir als Orientierung dienen.